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Deutschland

Untersuchungen des Kriminologischen Forschungsinstituts
Niedersachsen (KFN) (1995)

Zum ersten Mal wurden im Zuge dieser Studie repräsentative Daten zu Gewalt in Familie und Haushalt für die Bundesrepublik Deutschland erhoben. Insgesamt nahmen an der Befragung 5.711 Personen teil. Für die Grundgesamtheit der Bevölkerung in den entsprechenden Altersgruppen stellt die Studie die folgende vorsichtige Schätzung auf: Seite 160: "(...) so ergibt sich, daß 1991 in der BRD insgesamt ca. 1,59 Mio Frauen im Alter zwischen 20 und 59 Jahren mindestens einmal Opfer physischer Gewalt in engen sozialen Beziehungen waren, für Männer beträgt die entsprechende Anzahl 1,49 Mio..." Seite 163: "Werden für eine Gesamtschätzung erneut nur die unteren Grenzen der Schätzintervalle verwendet, so ergibt sich, daß 1991 in der BRD mindestens 246000 Frauen zwischen 20 und 59 Jahren sowie mindestens ca. 214000 Männer dieser Altersgruppe Opfer schwerer Gewalthandlungen in engen sozialen Beziehungen wurden. Dies unterstreicht nochmals, dass hier ein gesellschaftliches Problem identifiziert ist, welches allerdings in den jüngeren Altersgruppen eine größere Verbreitung hat.“ Weitere Informationen finden Sie hier.

Schläge in jeder dritten Familie - Studie zu Gewalt in bayerischen Familien / Jens Luedtke & Siegfried Lamnek (2002)

An der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurde eine weitere Studie zur Gewalt in der Familie durchgeführt. Grundgesamtheit waren Familienhaushalte in Bayern mit mindestens einem Kind im Jugendalter. Die bereinigte Bruttostichprobe umfasste 2.008 Telefonnummern bzw. Haushalte. Die Ausschöpfquote betrug 62,4 % (1.236 realisierte und verwertbare Interviews). In der Gesamtverteilung machten Familien ohne jegliche physische Gewaltanwendung mit 65,7 % den größten Anteil aus. Bei gut einem Drittel der Familien kam aber physische Gewalt vor, bei der die Eltern-Kind-Gewalt am häufigsten ist: 28,4 % aller Familien zählen zu dieser Kategorie. Ausschließliche Partnergewalt lässt sich bei 2,4 % aller Familien verzeichnen. Familien, bei denen es sowohl zu Partner- als auch zu Eltern-Kind-Gewalt kam, haben einen Anteil von 3,5 %. Der Anteil physisch gewaltbelasteter Partnerschaften beträgt also insgesamt 5,9 %. Weitere Informationen finden Sie hier.

Studie zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland (2004)

Im Zuge einer repräsentativen Hauptuntersuchung, die von Februar bis Oktober 2003 in ganz Deutschland durchgeführt wurde, befragte man auf der Basis einer repräsentativen Gemeindestichprobe 10.000 Frauen zu ihren Gewalterfahrungen, zu ihrem Sicherheitsgefühl sowie ihrer psychosozialen und gesundheitlichen Situation. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schätzungsweise jede vierte Frau im Alter zwischen 16 und 85 Jahren, die in einer Partnerschaft gelebt hat, körperliche oder auch sexuelle Übergriffe durch einen Intimpartner ein- oder mehrmals erlebt hat. Weitere Informationen finden Sie hier.

Pilotstudie Gewalt gegen Männer (2004)

Im Zuge einer knapp zweijährigen Untersuchung wurden 266 quantitative Interviews mit zufällig ausgewählten Männern geführt. Die quantitative Befragung wurde mündlich durchgeführt. In einem schriftlichen Zusatzfragebogen, den 190 Befragte ausfüllten, wurde spezifisch häusliche Gewalt erhoben. Die quantitative Befragung erbrachte folgende Ergebnisse im Hinblick auf körperliche Gewalt: „Jedem vierten der befragten rund 200 Männer widerfuhr einmal oder mehrmals mindestens ein Akt körperlicher Gewalt durch die aktuelle oder letzte Partnerin...“ Weitere Informationen finden Sie hier.

Beziehungsgewalt in unverheirateten Partnerschaften
/ Karsten Böhm (2006)

Gegenstand dieser Arbeit war die Untersuchung der verschiedenen Formen der Beziehungsgewalt unverheirateter Paare. Der Rahmen der Untersuchung erstreckte sich von den Risikofaktoren der Beziehungsgewalt bis zur Erfassung des Ausmaßes der partnerschaftlichen Gewalt: „Es zeigte sich, dass eine substanzielle Anzahl von partnerschaftlichen Gewalthandlungen von den befragten Studierenden, Berufsschülern und Straftätern berichtet wurde. Dabei überwogen die leichteren Formen der psychischen, physischen und sexuellen Gewalt. Frauen unterschieden sich nicht von den Männern in der Angabe von körperlicher Gewaltanwendung in der Partnerschaft“. Weitere Informationen finden Sie hier.

Sonderauswertung der Daten der Männerstudie 2009
/ Dr. Peter Döge (2010)

„Basis der Studie bilden fragebogengebundene Interviews mit 1470 Männern und 970 Frauen. Die Gewalthandlungen wurden entlang der Conflict Tactic Scale kategorisiert und abgefragt. Damit liegt der Sonderauswertung ein weiter Gewaltbegriff zugrunde, der Gewalt nicht auf (sichtbare) physische Gewalt reduziert... Männer und Frauen sind zu etwa gleichen Teilen Opfer von Gewalt: 40% der Frauen und 45% der befragten Männer haben eine Gewalthandlung erlitten... Männer und Frauen sind auch zu gleichen Teilen Opfer von Gewalthandlungen seitens ihres Partners / ihrer Partnerin: jeweils etwa 20% sind von Partnergewalt betroffen. Sowohl für Männer als auch für Frauen bildet die Familie den zentralen Ort des Gewalterleidens.“ Weitere Informationen finden Sie hier.